Nach einer kurzen und sehr heissen Nacht war bereits um 2:15 Tagwache. Morgenessen, Flaschen füllen, Verpflegung und Material vorbereiten war angesagt, bevor es dann endlich zum Start ging:
Inline 39 Kilometer, 320 Höhenmeter
Um 5 Uhr erfolgte der Startschuss für die Single- und Couplegigathleten in Form des Gigathlonliedes „vivere“. Ich ging das Rennen gemütlich an, versuchte in der Fläche ein zügiges Tempo zu rollen und in den zahlreichen Aufstiegen nicht zu viel Kraft zu verbrauchen. Nach etwa der Hälfte der Strecke konnte ich mich einer Gruppe anschliessen, wir wechselten uns mit der Führungsarbeit ab und konnten so gegenseitig vom Windschatten profitieren. Die Zeit verging wie im Flug und schon bald erreichten wir die erste Wechselzone im Emmental: Material wechseln, umziehen, etwas essen und trinken und schon ging es weiter mit
Mountainbike 46 km 1300 hm
Mittlerweile erreichten die ersten Sonnenstrahlen die Hügellandschaft des Emmentals und mir stand meine Lieblingsdisziplin bevor. Trotzdem durfte ich nicht zu sehr aufs Tempo drücken, denn es lag noch ein weiter Weg vor mir. Die Strecke war zwar technisch nicht anspruchsvoll, aber landschaftlich sehr schön. Ich kam zügig vorwärts und machte einige Ränge gut, bevor ich den Wechsel aufs Rennvelo vornehmen konnte.
Rennvelo Teil 1 64 km 1280 hm
Der Anfangsteil der Rennvelostrecke war relativ flach und es war wichtig, nicht alleine zu fahren, um nicht zu viel Kraft zu verbrauchen. Ich fand in einer 6er Gruppe Unterschlupf und gemeinsam erreichten wir die Verpflegungsstation in Sörenberg. Kurve um Kurve führte die Strecke anschliessend hinauf in Richtung Glaubenbielenpass. Die Mittagshitze machte sich langsam bemerkbar, doch bei mir war immer noch alles im dunkelgrünen Bereich. Kurz vor der Passhöhe verklemmte leider noch meine Kette, und während nette Zuschauer das Ganze wieder in Ordnung brachten, hatte ich Zeit, um die Bergwelt zu bestaunen.
Nun ging es kurvenreich bergab und nach einem Gegenanstieg erreichte ich die Wechselzone am Lungernsee als 4te Singlefrau. Ich nahm mir kurz Zeit, mich über die gute Platzierung nach den ersten drei Disziplinen zu freuen, denn ich wusste natürlich, dass dies nicht von langer Dauer sein würde, denn weiter ging es mit
Schwimmen 3 km 0 hm : )
Nach einer kurzen Trink- und Toilettenpause zwängte ich mich in meinen (eigentlich nicht meiner, nur gemietet) Neoprenanzug, was gar nicht so einfach war, weil der Schweiss am ganzen Körper klebte. Irgendwann schaffte ich es dann trotzdem und stürzte mich in die Fluten. Ich war zwar noch nie zuvor 3km geschwommen, aber es ging tiptop, denn ich versuchte immer ans Positive zu denken: Abkühlung!
Rennvelo Teil 2 37km 400hm
Raus aus dem Wasser, raus aus dem Neopren, rein in die Velorüstung und vom Armzug-Beinschlag wieder in den Tretmodus umschalten. Nur noch der Brünigpass war zu überwinden, bevor es dann ziemlich flach mit Vollgas in Richtung Wechselzone Interlaken ging.
Laufen 31km 960 hm
Am Himmel zogen schwarze Gewitterwolken auf und als ich in Interlaken losjoggte, begann es auch schon zu regnen. Ich war mittlerweile bereits 10h unterwegs und hatte eigentlich mit einem 31km Walking-Trip gerechnet, umso zufriedener war ich, als ich merkte, dass ich noch joggen konnte (wenn auch nur langsam). Mit den unzähligen Aufstiegen auf dem Pilgerweg konnte ich mich jedoch nicht anfreunden, da ich doch schon ein bisschen müde war.
Zum Glück gab es bald Action: Es begann wie wild zu stürmen und zu hageln, die Trails wurden zu Bächen und links und rechts hörte man das Knacken von herunterstürzenden Ästen. Mit ein paar Weggefährten drückte ich mich an eine Felswand, um ein bisschen Schutz zu finden. Ein wenig später erreichte ich einen Verpflegungsposten, wo ich unter einem Vordach unterstehen konnte. Ein paar Stunden später hatte auch diese Survivaltour ein Ende und ich lief in Thun durch den Zielbogen, nach 14h 37min 29s auf dem zehnten Rang!
Nun musste ich alles Material für denn Sonntag vorbereiten und mich auch im Kopf darauf einstellen, denn bisher hatte ich mich noch nicht mit dem Sonntag befasst, weil ich nicht so wirklich glaubte, dass ich dann noch im Rennen sein werde.
Der Samstag hatte auch bereits seine Spuren hinterlassen, ich war ziemlich “überdreht“ und mein Magen spielte verrückt. So war leider nicht an Schlaf zu denken. Aber glücklicherweise ging es ja nicht mehr lange bis zum nächsten Start.








